Internationales Junioren-Vierkampfturnier auf dem Birkenhof in Affoltern am Albis ZH

 

Spannende Zweikämpfe in beiden Kategorien

 

Sechzehn Viererteams massen sich am letzten Wochenende bei einem internationalen Wettkampf im Junioren-Vierkampf in Affoltern am Albis. Dabei lieferten sich die Mannschaften faire und spannende Entscheidungen. Die Kategorie A entschied Birkenhof Albis für sich. Und die Kategorie B war Kerns Taurus siegreich. Die Einzelwertungen wurden von den beiden Egnachern Laura Städler (A) und Mathias Eigenmann gewonnen.

 

Karin Omran-Marty

 

Strahlende Gesichter bei den Siegerteams, leise Enttäuschungen bei den weniger gut platzierten Mannschaften sah man am Sonntagabend auf dem Birkenhof in Affoltern am Albis. Zwei ereignisreiche Tagen waren vorüber. Vier Teilprüfungen absolvierten die sechzehn Vierkampf-Teams, um die beste Mannschaft und die beiden besten Einzelkämpfer zu eruieren. Einen spannenden Zweikampf gab es in der Kategorie A. Baden-Württemberg hatte gleich zwei Teams an dieses Turnier entsandt. Die Vierkämpfer aus dem nördlichen Nachbarland zeigten solide und konstante Leistungen. Allen voran Simon Heinzelmann. Der 17-jährige Deutsche war in den Disziplinen Laufen, Dressur und Springen der Beste. Den Gesamtsieg verspielte er gleich zu Beginn beim Schwimmen. In der Endabrechnung belegte Heinzelmann Rang drei. Mit beständigen Leistungen schoben sich Cristina Pizio (Birkenhof Albis) als Zweite und Laura Städler (Egnach) als Siegerin am jungen Deutschen vorbei.

 

Start-Ziel-Sieg

 

In der Stufe A massen sich zehn Mannschaften. Einen eigentlichen Start-Ziel-Sieg verzeichnete die einheimische Mannschaft vom Birkenhof Albis. Melanie Hasler, Patricia Lengen, Cristina und Tiffany Pizio legten nach dem ersten Tag vor und lagen vor den beiden Reitdisziplinen knapp vor Egnach und Baden-Württemberg 2.  Das deutsche Team siegte zwar in den Teilprüfungen Laufen und Dressur. Dennoch konnten die Württemberger nicht am Heimteam vorbeiziehen. Denn Birkenhof Albis gewann das abschliessende Springen vor Egnach und Baden-Württemberg 1, welche knapp vor ihren Landsleuten blieb. Und genau hier vergaben die Gäste aus Deutschland den Sieg. Marion Etspüler, Simon Heinzelmann, Vivian Pucher und Ciara Wintermantel freuten sich am Schluss aber auch über den tollen zweiten Rang. Ihr Vorsprung auf Egnach betrug jedoch einen einzigen Punkt. Ein Wimpernschlag, wenn man die vier Disziplinen aufrechnet.

Den Sieg holte sich das Damenquartett von Birkenhof Albis. Sie liessen sich, zusammen mit ihren beiden Mannschaftsführern Susanne Schelling und Paul Fischer vom Publikum und Mitstreitern feiern. «Es ist einfach toll, wenn man beim Heimturnier gewinnen kann», freuten sich die vier jungen Frauen. «Uns gefällt vor allem der Teamgeist und die tolle Stimmung die beim Vierkampf herrschen», erklärte Cristina Pizio, die altershalber ihre letzte Vierkampf-Saison bestreitet. «Wir wollen halt einfach immer gewinnen», antwortete Mannschaftsführer Paul Fischer auf die Frage, was den Ausschlag für den Sieg gegeben habe.

 

Konstante Laura Städler

 

In der Einzelwertung der Kategorie A legte Laura Städler den Grundstein zum späteren Sieg bereits im Schwimmen, welches sie gewann. Mit einem zweiten Rang in der Dressur, einem dritten Platz im Springen sowie einem vierten Rang im Laufen behielt Städler bis zum Schluss die Nase vorn und gewann deutlich vor Cristina Pizio, die ebenso wie Städler konstant gute Leistungen in allen vier Disziplinen zeigte. Auch die drei Siege von Simon Heinzelmann im Laufen, in der Dressur und im Springen brachten den jungen Deutschen nicht an den beiden Schweizerinnen vorbei. Trotzdem freute er sich über den dritten Schlussrang im Endklassement.

 

Kerns Taurus in Form

 

Wie in der Kategorie A gab es auch in der Stufe B einen Start-Ziel Sieg und zwar durch das Quartett von Kerns Taurus. Die beiden Schwestern Julia und Lea Fischbacher sowie Anna Indergand und Miriam Zweili gewannen diesen Teamwettbewerb mit einem komfortablen Vorsprung von fast 500 Punkten auf den KVA Säuliamt und dem Team Birkenhof Knonaueramt. Auch hier war die Freude gross, sowohl bei den vier Mädchen wie auch bei Mannschaftsführerin Silvia Kuri.

 

Sieg für Egnacher

 

Für die Egnacher gab es als Entschädigung für den verpassten Sieg in der A-Mannschaft immerhin zwei Einzelsiege. Denn sowohl Laura Städler (Kategorie A) wie auch Mathias Eigenmann kommen aus dem Ostschweizer Team. Genau wie seine Teamkollegin in der höheren Kategorie legte Mathias Eigenmann die Basis für den Erfolg beim Schwimmen, welches er vor Melanie Hasler (Birkenhof Albis) und Julia Fischbacher (Kerns Taurus) gewann. Im Laufen war Eigenmann hinter Sieger Yannick Herz Zweiter.  Einzig in der Dressur lief es nicht wie gewünscht. Doch auch dieser 21. Platz warfen Eigenmann vom Siegespodest. Im Springen belegte er mit drei Mitkonkurrenten Rang acht. In der Endabrechnung reichte es dennoch zum verdienten Sieg.

 

Gymkhana

 

Am Samstag fand noch ein OKV-Gymkhana statt. Die neun Posten beinhalteten einige knifflige Aufgaben. Zu Beginn musste ein Tablet mit vier Bechern die mit Wasser gefüllt waren, von einem Fass zum anderen tragen. Dabei waren aber noch Taktstangen zu überwinden. Danach hiess es über ein Brett und ein mit Rasenteppich überzogenes Euro-Palett zu reiten. Mit einer Wasserspritze mussten die Teilnehmer Ping-Pong-Bälle abschiessen. Wie Cowboys bei der Arbeit sah es bei Posten vier aus. Reitend mussten Weidepfähle gesammelt und in ein Fass gestellt werden. Nur mit einem Halsring durfte der Pilonen-Parcours geritten werden. Für manch einen Teilnehmer nicht ganz einfach, vor allem dann, wenn das Pferd das Reiten mit dem Halsring nicht kannte. Danach mussten Plastikringe eingesammelt und in einen Korb geworfen werden. Zum Schluss hiess es dann noch durch einen Flattervorhang zu reiten und eine Vorhandwendung in einem gelben Kreis zu reiten.

Gewonnen wurde die Kategorie 1 (Führzügelklasse) von Angela Bürgisser auf ihrem Scheckpony Stärndli. Sie war das einzige Paar in der Führzügelklasse. Die Stufe 2 entschied Rahel Klingler auf Black Velvet mit 47 Punkten für sich. Und die Stufe 3 ging an Sara Schönenberger auf Glipit mit 72 Punkten.

 

 

Gelungener Anlass

 

Das internationale Vierkampfturnier fand unter besten Bedingungen statt. Das Dressurviereck war top und auch die Springwiese war in einem idealen Zustand. Dazu machte der Wettergott mit. «Ich bin sehr, sehr zufrieden», resümierte OK-Präsidentin Susanne Schelling und ergänzte «ich habe natürlich ein super Helferteam hinter mir, ohne die ein solches Turnier gar nicht möglich wäre.» Und auch OKV-Vertreter Ernst Koller sprach den Organisatoren sein Lob aus: «Was hier gezeigt wurde, ist beste Reklame für den Junioren-Vierkampf.» Ebenso zufrieden äusserten sich die Stilrichter Beat Aeberhard und Rolf Bischof: «Es war für einen Junioren-Vierkampf ein sehr gutes Niveau im Reiten.» Und so verabschiedeten sich die sechzehn Teams nach zwei ereignisreichen Tagen von ihren Kameradinnen und Kameraden. Sie werden sich, teilweise zumindest, schon bald wieder in Baar wieder sehen.